Geschichten aus Schildafeld - Bürgerinitiative "Wohnqualität im Grünen"

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Geschichten aus Schildafeld

Aktuelles




Da haben wir den Salat!


  • Nach den Abholzaktionen im Frühjahr 2013 und dem Niedermähen aller Sträucher und Gewächse am Ufer der Düpenau und an den Wanderwegen, haben sich im Frühling 2015 Giersch und Brennnessel prächtig ausgebreitet und schaffen nun auch Raum für den Japanischen Knöterich.




  • Neue Rezeptideen brachten die jüngsten Wildkräuter-Rundgänge mit dem Fachmann. Giersch: vitaminreich und wohlschmeckend als Salat! Brennnessel: gerade im Frühling ergeben die jungen Spitzen köstlichen Spinat! Man könnte jetzt sagen: „Da haben wir doch Salat!" - oder: "Welch Segen, dass die Stadt mit den Abholzaktionen ihren Beitrag zur Selbstversorgung der SchildafelderInnen geleistet hat!"




  • Und wirklich, nun haben wir den Salat! Anderswo wird gegen den Japanischen Knöterich vorgegangen, der – einmal angesiedelt – kaum wieder einzudämmen ist. Weil dort ganze Ufer- und Wegränder von diesem "Einwanderer" überwuchert waren, die jede andere Vegetation ersticken und zur Vernichtung der Artenvielfalt entscheidend beitragen. Das steht Schildafeld nun auch bevor.











  • Doch wen kümmert’s? SchildafelderInnen wollen Salat, wollen Spinat und ein kräftiges Feuer im Kamin.

  • Denn inzwischen verdienen sich auch die PächterInnen der Pferdeweiden ein kleines Zubrot mit dem Angebot: „Kaminholz/Brennholz". Das gründliche Abholzen an den Rändern der Weiden hat sich gelohnt. Dafür dürfen sich die SchildafelderInnen an manch skurriler Baumkrone erfreuen.





Gewaltiger Beitrag zur Haushaltssanierung

  • Vodafone hat sich an die Stadt gewandt und gefragt, ob sie einen neuen Sendemast auf stadteigenem Grund aufstellen darf. Nun stehen auf den knapp 1.000 ha Schenefelder Stadtfläche  zwar schon 10 solcher Masten, weit mehr als es Mobilfunk-Gesellschaften gibt. Aber das kann doch kein Kriterium sein, meint die CDU.

  • Das kleine Problemchen ist nur, dass der neue Mast im Landschaftsschutzgebiet errichtet werden soll, hart an der Hamburger Stadtgrenze, damit von dort der ganze Hamburger Westen abgedeckt werden kann.

  • Landschaftsschutzgebiete müssen eigentlich von Bebauung freigehalten werden, Ausnahmen, aber nur Ausnahmen, sind zugelassen. Dazu gehören solche Masten.  

  • Nun geht es dabei um irrwitzig hohe Beträge, die als Pacht zu zahlen sind – so um die 6.000 Euro pro Jahr. Man stelle sich vor: 6.000 Euro!

  • In Anbetracht dieses immensen Beitrages zur Sanierung des Schenefelder Haushalts (rd. 26 Mio. Euro pro Jahr) verdienen sich SPD und CDU ein Lob für ihren Sparbeitrag: „Bevor ein privater Eigentümer das Geld bekommt, soll das die Stadt einnehmen". Recht so! Da zeigt sich der wahre Geist der schwäbischen Hausfrau.




  • Eine Schnapsidee

Bis vor einigen Wochen war sich die Bürgermeisterin mit den Parteien einig darüber, dass die Stadt auf keinen Fall die Zahl von 20.000 EinwohnerInnen überschreiten solle, weil das mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden wäre. Seit kurzem vernimmt man aus dem Rathaus und von der SPD, dass dies vielleicht doch gar nicht so schlecht sei, weil man dann ja ohne Zustimmung anderer Behörden z.B. Tempo-30-Zonen einrichten könne. Das allerdings ist definitiv nicht richtig, denn die Einwohnerzahl ändert an diesen Zuständigkeiten nichts.
Da man aber der Bürgermeisterin nicht unterstellen kann, sie wisse es nicht besser, muss es einen anderen Grund für den Sinneswandel geben. Vielleicht den, dass neuerdings in Kommunen ab 20.000 EinwohnerInnen Jugendliche Alkohol-Testkäufe tätigen dürfen?  

aus "Schenefelder Tageblatt" v. 31.10.2013:


  • BIWiG sichert der Bürgermeisterin die Joggingstrecke

Unterstützt von mehr als 2.500 EinwohnerInnen kämpft die BIWiG für den Erhalt der Grün- und Landschaftsschutzflächen Schenefelds und erlebte heftigste Widerstände von den Parteien und der Verwaltung.

Aber nun, nun wird vielleicht doch alles gut! Schließlich schwärmt die Bürgermeisterin in der Presse von ihrer Laufstrecke in Schenefelds Landschaftsschutzgebieten im grünen Westen der Stadt entlang von Feldern und Koppeln mit friedlich grasenden Pferden. Flächen, von denen derzeit noch viele als Bauland zur Disposition stehen.
Zeigt sich da etwa plötzlich ein echter Sinneswandel? – Egal, die BIWiG kämpft weiter für den Erhalt der Joggingstrecke unserer Bürgermeisterin.


  • „Bürgerwiese“ ohne BürgerInnen in Schildafeld

Nicht nur Menschen, die nicht hingehen, nun auch beinahe Hunde, die nicht dürfen. Erst aufmerksame BürgerInnen müssen die Verwaltung fragen, ob es wirklich gewollt ist, dass Hunde auf der Wiese nicht zugelassen sind. Aber immerhin hat die Stadt dann festgestellt: Es war ein falsches Schild!
Nun wissen wir: Nicht einmal MitarbeiterInnen der Verwaltung gehen zur „Bürgerwiese“ – sonst hätten ja sie den Fehler entdeckt. Das Schild ist nun ausgetauscht, und ab sofort dürfen die Bellos doch auf den Rundkurs, wenn auch angeleint.



  • Geht Verkehrssicherungspflicht auch anders?

Ist man in anderen Gemeinden schlauer und spart sich eine Holzfällaktion für 50.000 Euro im Namen der sogenannten Verkehrssicherungspflicht? Oder ist man dort einfach nur mutiger und vertraut auf die Vernunft der BürgerInnen? In Halstenbek ist das wohl so.

Ein großer Teil der bei uns abgesägten, früher schattenspendenden und Frischluft schaffenden 434 Bäume könnte noch leben. Vögel und Lurche könnten im gewohnten Quartier von dicht wuchernden Sträuchern nisten, sich tummeln und nähren. Die Nachpflanzungen, die jetzt dem inzwischen wuchernden japanischen Springkraut, ausgedehntem Brennnesselwuchs und prächtig gedeihendem Giersch unterliegen, hätte man sich sparen können. Kein Zaun müsste aufgestellt und unterhalten werden.
Denn mal ehrlich: Wer lustwandelt schon in Brombeergebüschen ohne Weg und Steg?


  • CDU Schildafelds jetzt auch für den Erhalt der letzten Grün- und Landschaftsschutzflächen?

„Sieh doch mal, da drüben wohnt Herr Grabert“, weist Herr Dr. S. seine junge Fraktionskollegin an, in die richtige Richtung zu schauen. „Und da hinten wohnt Herr Rüpcke. Das Gebiet hinter seinem Haus ist aber seit langem von jeder Bebauung ausgenommen.“

Die letzten beiden Sätze hat Herr Dr. S. natürlich nicht gesagt.
Schon seit anderthalb Stunden radelt die CDU-Fraktion unter Leitung ihres Fraktionsvorsitzenden auf verwunschenen grünen Wegen zur Besichtigung der sogenannten Prüfflächen. Eindrucksvoller konnte nicht vorgeführt werden, wofür mehr als zweieinhalbtausend SchildafelderInnen seit Monaten kämpfen.
Nun also auch die CDU? Denn für diese Radtour ließen die CDU-Mitglieder immerhin eine entscheidende Sitzung der AG Leitbild einfach sausen. Hauptsache, die Fraktionsmitglieder der CDU und die paar teilnehmenden BürgerInnen wissen nun: Nichts kann wichtiger sein, als sich die letzten Grün- und Landschaftsschutzflächen Schildafelds einmal vor Ort anzusehen.
Tritt die CDU nun der BIWiG bei?



  • Von Bleistiften und Friedhöfen

Holger aus Schildafeld berichtet uns:

Ich steh neulich vorm Wahllokal in Schildafeld und warte auf Anke, die drinnen noch die neue schleswig-holsteinische Landesregierung wählt. Mitm’mal kommt sie rausgestürzt: „Holger, hast Du’n Kugelschreiber? Ich soll den Wahlschein mit’m Bleistiftstummel ankreuzen, das gefällt mir nicht." Sie nimmt meinen Schreiber, geht wieder rein.
Ich steh immer noch und warte. Da spricht mich eine nette junge Dame an: „Sind Sie für oder gegen einen Friedhof in Schildafeld?" Nanü, denk ich, hier geht’s ja heute um Leben und Tod. Außer nach meiner Meinung, fragt sie nach nix, keine Wahlzettelkontrolle, nichts. Wie ich mich entschieden hab, verrate ich hier aber nicht.
Da kommt endlich meine Liebste, aber leicht derangschiert: „Das gibt’s doch nicht! Jetzt ist meine Stimme weg!" Ich: „Nu ma sutsche, mien Deern, ich versteh Dich ja noch." Sie: „Ich steck meinen Wahlzettel in die Urne und verkünde stolz: Ich hab aber mit Kugelschreiber angekreuzt. Und was erfahre ich dann? Nur Bleistiftkreuze gelten, alle anderen machen den Wahlzettel ungültig."
Dascha komisch, denk ich und sag: „Da musst Du morgen mal nachfragen. Kann doch nich angehn."

Es war auch nicht leicht herauszukriegen, was in Schildafeld erlaubt und was nicht erlaubt ist [mehr].
Aber was in Schildafeld möglich ist, belegt der folgende Zeitungsausschnitt [mehr]. Da hat der neue städtische Lehrling gleich ein Extrakolleg in Sachen „repräsentatives Wahlergebnis" erhalten. Nun wissen wir, man muss es nur selbstsicher genug behaupten, dann sind auch 298 Ja-Stimmen für einen Friedhof (von 14.479 Wahlberechtigten in Schildafeld oder von 6.822 WählerInnen der Landtagswahl) repräsentativ genug, um mal wieder ordentlich Geld in die Hand zu nehmen und bestimmte, natürlich „repräsentative Interessen" zu bedienen [mehr].
Und nächstes Jahr wird schon wieder gewählt...


  • Das Schildafelder Repräsentativ

Es muss eine geheime Formel geben, mit der Verwaltung und Parteien abgegebene Stimmen in „bedeutend“ oder „unbedeutend“ umrechnen. Wie sonst wäre das folgende Ergebnis zu erklären?

-   Rund 1.500 Stimmen für die BIWiG zum Erhalt der
    Landschaftsschutz- und Grünflächen im Februar 2011                   Unbedeutend
-   Rund 1.500 Stimmen für die Wählergemeinschaft
    BfB gegen den Bürgerpark im März 2011                                    Unbedeutend
-   Rund 2.500 Stimmen für ein Bürgerbegehren mit dem

    Ziel eines Bürgerentscheids zum Erhalt des Landschaftsplans
    der Stadt im Januar 2012                                                         Unbedeutend

-   298 Stimmen für einen Friedhof im Mai 2012                             Repräsentativ und verpflichtend für die Stadt
      
Leider haben wir bisher nicht herausbekommen, wie diese Umrechnungsformel lautet und wie man sie anwendet. Wüssten wir das, könnten wir uns endlich ausrechnen, wie viele Stimmen wir das nächste Mal sammeln müssen, damit sie Gewicht bekommen und in Schildafeld ernst genommen werden.
Oder hängt es vielleicht mit einem Zaubertrank zusammen, so ähnlich wie bei Asterix und Obelix, der, einmal genossen, die Größenordnungen verschiebt? Möglich schon. Allerdings, Miraculix, der den Zaubertrank mixen könnte, ward in Schildafeld bisher nicht gesehen.
Wir werden weiter daran arbeiten, das Geheimnis zu lüften.


  • Semmelhackhausen grüßt Terrabaltictown

Im Schenefelder Tageblatt vom 17.7.2012 fanden wir diesen Leserbrief eines Tornescher Bürgers. Er schildert dort die Verhältnisse in einem Neubaugebiet und benennt es nach dem in Tornesch aktiven Bauunternehmen "Semmelhackhausen".
Wie der Zufall es will, fällt uns eine Anzeige [
hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Fa. Terrabaltic Bau- und Grundstücksgesellschaft mbH] im Schenefelder Boten vom 27.6.2012 auf, in der der örtliche Bauunternehmer voll Stolz seine Bauvorhaben der letzten Jahre auflistet. Besonders der letzte Satz nach dieser Aufzählung lässt uns nachdenklich werden: "Wir freuen uns auf das, was noch kommt."
Der neue Flächennutzungsplan war zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal im Ansatz verabschiedet. Jedenfalls sagen das die Verantwortlichen. Weiß unser Bauunternehmer etwa schon mehr als wir SchenefelderInnen und freut sich deshalb auf die Zukunft? Leben wir also bald in "Terrabaltictown"?


  • In einem Kellergewölbe tief unterm Rathaus ...

... muss es einen Raum geben, in dem hin und wieder jemand eingeschlossen wird. Dann dringt ein irres Kichern nach oben, wenn die Person all die Zettelchen von Pinnwänden aus den verschiedenen Workshops der vergangenen Jahre sichtet: „Sicherer Schulweg“, „Radverkehrskonzept“, „Mehr Bürgerbeteiligung“, „Bürgerkongress“, „Lärmaktionsplanung“, "AG Friedhof" undundund. Dann wirbelt sie all die Pinnwandzettel, Folien, Schaubilder und Protokolle zu einem großen Haufen, springt hinein, lacht über die Dummheit der Schildafelder BürgerInnen, die immer noch glauben, ihre Wünsche, Anregungen und Mängelmeldungen fänden Gehör. Und dann singt sie laut und fröhlich: "Ach wie gut, dass niemand weiß, Bürgerwünsche sind nur Sch...schwubbeldiwupp" - und wieder hinein ins Schnipselvergnügen.



  • Endlich hat Schildafeld einen vernünftigen Hubschrauber-Landeplatz

Mit dem sogenannten Kreisverkehr in der Lornsenstraße fing es an. Der wurde (für 150.000 €) gezielt aus der Straßenmitte an den Rand verlegt, damit der vorbeirasende Autoverkehr nicht gestört würde. Als Hubschrauberlandeplatz erwies er sich dann doch als ungeeignet, denn die Hubschrauberflügel hätten entschieden zu weit in den Straßenraum geragt [siehe auch Spaßvogels Meinung].
Frisch ging man für einen neuen Kreisverkehr ans Werk: In der Hauptstraße vorm Autal (diesmal ein Geschenk des örtlichen Bauunternehmens), bewacht von einer Fußgängerampel. Tja, da war natürlich auch großes Wehklagen der Autofahrer, ihre zügige Durchfahrt bei der Landung eines Hubschraubers wurde doch arg gestört.
Aber nun, nun ist er endlich Wirklichkeit, unser wunderbarer Hubschrauber-Landeplatz (diesmal für nur etwa 50.000 €) im sogenannten Bürgerpark: Ein kahler, kreisrunder Platz neben der Schnellstraße, direkt hinter dem Seniorenwohnheim Rüpcke. Da freuen sich die Senioren, da haben die Schulkinder was zu staunen, da ist an dieser öden Ecke endlich etwas los. Nur die dort frisch gepflanzten Apfelbäume kriegen gelegentlich eins mit.


Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ähnlich nette Erfahrungen mit unserer Verwaltung gemacht haben, schicken Sie uns Ihre Geschichte zur Veröffentlichung.


 
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