2. Info-Veranstaltung - Bürgerinitiative "Wohnqualität im Grünen"

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2. Info-Veranstaltung

Informations-Veranstaltungen

Informationsveranstaltung am 23.4.2013
im Bürger- und Kultursaal Schenefeld


"Bleibt Schenefeld grün?" Unsere Stadt steht vor der Wahl


PROGRAMMABLAUF

Einführung (Heinz Grabert)

• Die gefährdeten Flächen – Fotodokumentation (Rüdiger von Ancken)
• Düpenau-Niederung – Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie
   
(Hans Ewers, NABU Schleswig-Holstein)
• Der Feldmarkenverbund
(Paula Klingemann, NABU Hamburg, Düpenau-Gruppe)
• Bauentwicklung und Einwohnerzahl
(Herbert van Gerpen)
• Umlandentwicklung unter städtebaulichen Aspekten
(Eckart Hoffmann)
• Wahlprüfsteine
(Heinz Grabert)

P a u s e


Diskussion und Beanwortung von Fragen (Moderation: Eckart Hoffmann)
• Zusammenfassung
(Heinz Grabert)

 
Etwa 130 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer fanden sich ein.
 

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Die gefährdeten Flächen - Fotodokumentation

Referent: Rüdiger von Ancken


Rüdiger von Ancken stellt in seiner Fotodokumentation die „gefährdeten Flächen“ in den Landschaftsschutzgebieten vor, die von der beauftragten Gutachterin, Frau Zumholz, als verträglich für eine Bebauung erklärt wurden.

Als Beispiele und mit Fotos belegt behandelt er die Themen: Prüfflächen 9-14 im LSG 05 (Holmer Sandberge), die zum Teil mitten in der Fläche geteilt und für bebaubar erklärt wurden. Er geht auf den Zustand der XFEL-Baustelle im LSG 06 (Düpenau Mühlenau) ein und zeigt das Sondergebiet Hundetraining am Ortseingang. Weitere Dokumente: das Neubaugebiet am Flaßbarg, wo eine Fläche aus dem Landschaftsschutz entlassen werden soll, und beispielhaft der Zustand der Ausgleichsflächen für die Baugebiete Mühlenstieg (bereits bewohnt) und Wiesengrund-Wäldchen. Und als Abschluss betrachtet er für die „Stadt an der Düpenau“ den Zustand unseres Flüsschens und den Umgang der Verwaltung mit bereits renaturierten Flächen in der Düpenau-Niederung.

Foto 01: Auf der Einwohnerversammlung vom 24.10.2011 wurden sie das erste Mal vorgestellt, die sogenannten Steckbriefe.

Die von der Stadt beauftragte Gutachterin, Frau Zumholz, sollte bestimmte Gebiete in Schenefeld als verträglich oder unverträgerlich für eine Bebauung bewerten. Nebenstehend sind die bebaubaren Flächen  mit grünen, die nicht bebaubaren mit lila Kreisen gekennzeichnet.

Foto 02: Prüfflächen 14 und 11. Grüne Punkte bebaubar, violette Punkte nicht bebaubar. Blau gestrichelte Linie: Trennung bebaubar / nicht bebaubar.
Foto 03: Prüffläche 14 = Wiese im LSG, mit der wichtigen Funktion als klimatischer Luftausgleich der Umgebung; wie alle Grünflächen.
Foto 04: Prüffläche 11 im LSG 05 am Sülldorfer Weg: wurde als bebaubar erklärt. Im Hintergrund die Häuser Op de Gehren.
Foto 05: Nochmals die Prüffläche 11 im LSG 05, hier die Naturgärten Opn Stüg, die als bebaubar erklärt wurden.
Foto 06: Prüffl. 11 am Holtkamp. Das Feld im Vordergrund wurde als nicht bebaubar, die Fläche hinter dem Knick im Hintergrund als bebaubar erklärt.
Foto 07: Prüffläche 9: Hinterland von Blankeneser Chaussee 72, kein Lanschaftsschutzgebiet.
Foto 08: Prüfflächen 12 und 13 Kameruner Weg, heute Baumschulgelände. Bebaubar bis auf den Knick beiderseits der Straße.
Foto 09: Weiße Fläche = XFEL-Baustelle, rosa = 2. Ausbaustufe (noch nicht begonnen), rot = LSG 06. Hier wünscht sich unsere Bürgermeisterin einen Technologiepark. Das wäre dann der 3. in dieser Region: Desy in Bahrenfeld, neueste Planung in Lurup und hier im Landschaftsschutzgebiet Schenefelds.
Foto 10: LSG 06 - Blick über ein Getreidefeld. Im Hintergrund die XFEL-Baustelle. Diese Fläche soll einmal einem Gewerbegebiet weichen.
Foto 11: Das LSG heute: ein mannshoher Wall, eine asphaltierte Straße, ein stacheldrahtbewehrter Zaun. Der Zaun wird bleiben.
Foto 12: Die Prüffläche "Sondergebiet Hundetraining" (blau) im LSG 06 an der Halstenbeker Chaussee und der LSE. Zwei Hundeübungsplätze, z.Z. geduldet, sollen mit neuem F-Plan legalisiert werden. Unsere Bürgervorsteherin dazu in der Presse: Schön sieht das nicht aus. Und ein CDU-Mann: Wir haben nicht das bekommen, was wir wollten. Ein kunterbuntes Durcheinander an unserem Ortseingang.
Foto 13
Foto 14
Foto 15: Geplantes Neubaugebiet am Flaßbarg/Altonaer Chaussee mit 180 WE (rot umrandet). Rot schraffiert das aus dem Landschaftsschutz entlassene Gelände an der Düpenau.
Foto 16: Blick von der Altonaer Chaussee auf die künftige Baufläche, z.Z. noch LSG und von Schafen beweidet. Im Hintergrund die ehem. Gärtnerei.
Foto 17: Das künftige Baugebiet am Flaßbarg: die ersten Pflöcke stehen schon.
Foto 18: Straßenkarte südliches Schenefeld. Ausgleichsfläche (dunkelgrün/roter Pfeil) am Holtkamp für das abgeholzte Wäldchen am Mühlenstieg.
Foto 19: Alte Luftaufnahme vom inzwischen abgeholzten Wäldchen (rot umrandet) am Mühlenstieg, Ausgleichsfläche siehe Foto 20.
Foto 20: So sieht die Ausgleichsfläche aus, die das abgeholzte Wäldchen am Mühlenstieg ersetzen soll. Ein paar Schlehenbüsche auf ungepflegter Grasfläche am Holtkamp.
Foto 21: Diese Luftaufnahme wurde den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses gezeigt mit der Bemerkung: ein lückiger Wald, nicht erhaltenswert.
Foto 22: Das "lückige" Wäldchen am Wiesengrund, z.T. schon abgeholzt. Dafür wurden Ausgleichsflächen in Tangstedt und Halstenbek erworben.
Foto 23: Die Ausgleichsfläche in Tangstedt. Weitere liegen in Halstenbek.
Foto 24: Das Schenefelder Stadtwappen, durch das sich symbolisch die Düpenau schlängelt.
Foto 25: Die Düpenau von der Altonaer Chaussee aus gesehen, der sog. Bongossi-Kanal. Hier schlängelt sich nichts mehr.
Foto 26: Die renaturierte Düpenau nur wenige 100 Meter weiter auf Hamburger Gebiet. Es geht also.
 
Foto 27: Wie Schenefeld bereits renaturierte Flächen an der Düpenau behandelt, zeigen wir hier. 434 Bäume wurden gefällt, und es wurde unglaublich viel zerstört. Soviel zu "Schenefeld an der Düpenau".
 

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Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Referent: Hans Ewers


Hans Ewers (Vorstandsmitglied im NABU Schleswig-Holstein) gibt ein temperamentvolles Statement ab für die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie – auch in Bezug auf unsere Düpenau. Er informiert über die Möglichkeiten der EG WRRL-Umsetzung, den zeitlichen Ablauf und bedauert den derzeitigen Zustand des Flüsschens. „Die Stadt Schenefeld hat die Verantwortung für die Renaturierung der Düpenau relativ allein“, stellt er fest. Vielleicht ist es noch nicht ganz hoffnungslos, sich jetzt – auch mit Hilfe der Öffentlichkeit – konsequent für die Renaturierung einzusetzen.

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Feldmarken und Landschaftsschutzgebiete
Das Thema "Grün": Der Blick über die Stadt-/Landesgrenze
Referentin: Paula Klingemann


Paula Klingemann (Hamburger NABU-Gruppe Düpenautal/Osdorfer Feldmark) stellt ihr Thema ab auf den Blick über die Stadt- bzw. Landesgrenzen. Ihr Fazit: Zwei große Stadtplaner wiesen bereits um 1925 den Feldmarken eine zentrale Rolle für die städtebauliche Entwicklung zu, die heute durch Begehrlichkeiten der Wirtschaft der Städte Hamburg und Schenefeld zerstört werden könnten. Und hier gilt es, die Zusammenarbeit zwischen der BIWiG und der NABU-Gruppe Düpenautal weiterhin zu stärken und in die Öffentlichkeit zu tragen.

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Bauentwicklung und Einwohnerzahl

Referent: Herbert van Gerpen



Die Bauentwicklung und die Einwohnerzahl Schenefelds sind die Schwerpunkte des Referats von Herbert van Gerpen. Schon heute nimmt Schenefeld unter den am dichtesten besiedelten Gemeinden in Deutschland (es gibt rd. 11.000, von ganz kleinen Gemeinden bis zu großen Städten) den 48. Rang ein: siehe Folie 10 des Referats. Mit dem Nachweis der zur Zeit geplanten oder im Bau befindlichen Wohneinheiten kommt er zu dem Ergebnis, dass ein Überschreiten der 20.000er Einwohnergrenze in den nächsten Jahren nicht auszuschließen ist. Sein Resümee: Das wird richtig teuer für die Stadt!

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Umlandentwicklung unter städtebaulichen Aspekten

Schenefeld: eine Stadt?

oder bloß ein Vorort von Hamburg?

Referent: Eckart Hoffmann



Eckart Hoffmann zeigt, dass Schenefeld bloß ein Vorort Hamburgs sein wird, wenn die Stadt ihre Vorhaben mit dem neuen F-Plan realisieren kann. Stadtplanung musste seit dem 19. Jahrhundert immer wieder das Gemeinwohl gegen schrankenlose Nutzung von Grund und Boden durchsetzen. Nichts anderes will die BIWiG mit ihrem Widerstand gegen Flächenvernichtung und Zersiedelung.

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Wahlprüfsteine
Parteienbefragung im März 2013
Referent: Heinz Grabert


Zu diesem Thema, so stellt Heinz Grabert fest, ist wenig zu sagen, denn die Antworten auf die BIWiG-Parteienbefragung vom März 2013 sprechen für sich.
Inzwischen hat die CDU mit ihrem Antrag für die Ratsversammlung vom 25.4.13 auf „Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zur Neuaufstellung des F-Plans“ sozusagen eine „Rolle rückwärts“ gemacht. Erwartungsgemäß wurde der Antrag von den anderen Parteien abgelehnt.

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Die Veranstaltung endete zu später Stunde mit nur kurzer Diskussion. Klaus Berking, Vertreter der NABU-Gruppe Düpenautal/Osdorfer Feldmark, Hamburg, ging noch einmal auf das Referat von Paula Klingemann ein (siehe oben). Der zum Schutz der Osdorfer Feldmark aufgestellte B-Plan, der in der Altonaer Bezirksversammlung breite politische Zustimmung findet, wurde von der Hamburger Wirtschaft heftig angegriffen. Hamburger Handelskammer und Hamburger Handwerkskammer forderten 2012 die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen, u.a. auch in der Osdorfer Feldmark. Diese Begehrlichkeiten konnten nur durch das Engagement vieler im seit langem bestehenden Arbeitskreis LOF für den Erhalt der Feldmarken (Zusammenschluss Hamburger Gruppen, des AKV und der BIWiG Schenefeld) abgewendet werden. Sein abschließender Kommentar:

Engagement lohnt sich! Arbeiten Sie mit in der Schenefelder BIWiG!

 
 

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Pressereaktionen:

  • 06.03.2013 Pinneberger Zeitung: Christdemokraten entdecken grünes Gewissen.

  • 06.03.2013 Schenefelder Tageblatt: CDU: Finger weg von Schutzgebieten. Schenefelder CDU gegen weitere Neubaugebiete.

  • 25.04.2013 Schenefelder Tageblatt: "Die BI erhöht den Druck" und "Die traurige Geschichte von der Düpenau" - als Reaktionen auf unsere Informationsveranstaltung vom 23.04.2013.
  • Antrag der CDU für die Ratsversammlung vom 25.04.2013 auf „Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans“
  • 27.04.2013 Schenefelder Tageblatt: "F-Plan-Streit - CDU-Vorstoß scheitert"



 
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